10.06.2013

Master Musicians of Bukkake [02.06.2013 | Jubez Karlsruhe]

KONZERTREVIEW:
Master Musicians of Bukkake & Gravelines
02.06.2013 | Jubez Karlsruhe


Schon lange stand der heutige Konzertabend im Kalender, denn eine absoluter Geheimtipp trat in Karlsruhe auf: Die Master Musicians of Bukkake. Umso mehr geschockt war ich, also vor Ort fast nix los war. Hat sich wohl nicht bis nach Süddeutschland verbreitet, der Tipp.

Zunächst aber stand die Vorband Gravelines auf dem Plan, welche Abmbient/Drone Musik macht. Man freut sich ja als geneigter Hörer immer sehr wenn mal wieder der Ausnahmefall eintritt und ein Dronekonzert in der Region stattfindet und so war auch ich vor lauter Vorfreude. Leider wurde die sehr schnell getrübt denn die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Es war das leiseste Dronekonzert EVER. Und jeder der besagter Musikrichtung etwas abgewinnen kann wird wissen dass es nix schlimmeres gibt als die Drones nicht zu spüren. Die dazugehörigen Sounds waren durchaus vorhanden, nur plätschernden die Tieftöne unspektakulär aus den Boxen. Ich will da jetzt aber auf keinen Fall die Band für verantwortlich machen. Es sah eher so aus als ob die Vorband dem Tontechniker egal war. Der war die erste Hälfte des Konzerts nämlich in sein Handy vertieft, dann wurde lustlos ein bisschen am Volumerad gedreht und der Raum für die zweite Hälfte verlassen. Da kann die Band natürlich auch nix mehr retten.
Von daher verzichte ich auf die Bewertung und hoffe einfach die Band nochmal mit ordentlich Wumms sehen zu können.

Dann war es soweit für den Hauptact und der inzwischen garnichtmehr so leere Raum wurde mit Nebel geflutet. Bereits vor ein par Wochen konnte ich die Master Musicians of Bukkake in Essen bestaunen. Damals schwor ich mir noch mir beim nächsten mal alle möglichen Drogen einzuschmeißen, was aufgrund von Faulheit leider wieder ausfallen musste.



Nüchtern sah ich also die bedrohlichen Schatten durch die dunklen Nebelschwaden auf die Bühne steigen. Man muss sagen dass im Vergleich zu Essenshow viel weniger Leute da waren und gab es in Essen eine sehr atmosphärische Lichtshow, so wurde im Jubez komplett drauf verzichtet - es blieb düster. Zuerst störte ich mich daran, erkannte aber schnell die Vorteile. Was ich hier heute erlebte war ein absolut intimes Konzert, ein absolut persönlicher Drogentrip. Nix konnte einen in der Nebelsuppe ablenken, so blieb man ganz für sich in dieser Traumwelt mit den beschwörenden Sounds. Die Konzerte hatten einen relativ gleichen Ablauf bis sich gegen Ende in Karlsruhe etwas veränderte. Und zwar die Lautstärke. Immer lauter wurden die düsteren Töne und mit jedem Dezibel fand ich es geiler. Es wurde zum Ende richtig unangenehm laut, genauso wie es sein soll - spätestens zu diesem Zeitpunkt musste jedem klar werden dass es sich nicht um ein normales Konzert handelt sondern um ein Erlebnis in dem man mittendrin steckt. Auch kamen mir die Gitarrenparts weitaus wuchtiger vor, was ich natürlich auch begrüsste. Es wurde richtig dreckig und psychedelisch geschrammelt. Nach mehr als einer Stunde neigte sich das Ritual langsam dem Ende zu. Eine Gitarre wurde an die Decke gehalten und alleine mit ihrem Feedback gelassen. Dann machten sich die bizarren Schatten auf den Weg Richtung Backstage, der Nebel bewegte sich langsam aus dem diesigen Konzertraum in Richtung Tür und ich hätte mir gewünscht dass es noch stundenlang weitergeht.



Was bleibt ist der stetige Blick auf den Kalender, wann sich mal wieder die Gelegenheit ergibt die Band zu sehen - nur dann angemessen benebelt:

10/10

Live-Video (Intro & Outro):

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