07.06.2013

Guardian Alien [06.06.2013 | Oetinger Villa Darmstadt]

KONZERTREVIEW:
Guardian Alien & Datashock
06.06.2013 | Oetinger Villa Darmstadt

Es stand ein abgespaceter Abend in der Oetinger Villa in Darmstadt an.

Als Vorband versammelten sich Datashock in einem Gewimmel aus Instrumenten vor der Bühne. Neben einer großen Bandbreite an Standardinstrumenten, fanden sich auch mit Wasser gefüllte Glaser und weitere Kuriositäten im Repertoire. Diese wurden auch alle genutzt. So entstand eine Tonlandschaft die von indisch geprägten Klängen bis zu Ambient-Drone-Sounds reichte. Sehr experimentell was da abgeliefert wurde, aber keines Falls uninteressant. Man konnte sich schön eingrooven in die Darbietung die einer Hippie-Jam-Session gleichkam. Und so passte es auch dass die Hälfte des Publikums auf den Teppichen auf dem Boden saß und sich das nebelgetränkte Spektakel gebührend anschaute. Ich fands gut, gerne wieder:

7/10



Dann war es Zeit für den Hauptact. Die New Yorker Gruppe Guardian Alien des Liturgy-Drummers.
Die neue Platte beginnt mit nem derben Doublebass-Part, verläuft in träumerische, ruhige Parts und endet sehr rhythmisch – das alles in einem 40minütigen Track. Genau den hatte ich für heute Abend erwartet aber meine Erwartungen wurden übertroffen. Die ruhigen Parts hielten sich extrem in Grenzen, vielmehr bekam man fast über die gesamte Länge des Konzerts ein Schlagzeuggewitter um die Ohren. Das war natürlich technisch sehr ausgereift und abwechslungsreich. Auch hier bekam ich den Anschein einer Jamsession nicht los - dafür sorgte definitiv das einzige Mädel auf der Bühne die die fuzzigen Rhythmen immer wieder mit effektverzerrtem Gekreische begleitete. Wenn das nicht improvisiert war, dann war es der direkte Draht zu den Aliens, das Sprachrohr in eine hübsche Blondie gepflanzt. So abwegig wäre das gar nicht, immerhin schmückt das Cover der aktuellen Platte ein obskures Bild von einem Ausserirdischen im Rastafarilook. Gezeichnet wurde es als Darstellung eines Drogentrips des Drummers. Es passt auf jeden Fall zu der psychedelisch angehauchten Musik.
Nach einer guten Stunde war die Begegnung der dritten Art vorbei und mir bleibt als Fazit nur zu sagen dass es mal wieder Live viel geiler ist als auf der (genialen) Platte. Unbedingt antun:

8,5/10

Live-Video:


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