21.06.2013

Towers of Madness Festival Vol. 1 [15.06.2013 | JuHa West Stuttgart]

KONZERTREVIEW:
Dresden/Leningrad, Nightslug, Obelyskkh, Mr Marcaille, Black Shape of Nexus, Toner Low
Towers of Madness Festival Vol. 1
15.06.2013 | JuHa West Stuttgart

Ein bisschen verspätet aber für meinen Geschmack immer noch zu früh fing letzten Samstag gegen 17 Uhr ein astreines kleines Festival an. Towers of Madness - ein Lichtblick im langweiligen Stuttgart, mit genialem Lineup.


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Die erste Band, ist zugleich die Band auf die ich mich am meisten gefreut habe: Dresden/Leningrad. Noch Geheimtipp-Status genießend platze der Saal jetzt nicht aus allen Nähten, was aber bei dem guten Wetter und der frühen Zeit kein großes Wunder war. Trotzdem spielten die Jungs ein gelungenes Set. Der Sound war super und die Band spielte wirklich gut, nur irgendwas fehlte mir. Ich kann aber nicht ausmachen was. Irgendwie wirken die Songs auf Platte epischer, woran auch immer das liegen mag. Zudem haben die Holländer einfach mal "Niemandsland" weggelassen - absoluter Skandal. Kleiner Punktabzug, aber trotzdem noch:

8/10

Live-Video:


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Danach ging es ruppig weiter. Nightslug zogen bisweilen das Tempo derbe an und lieferten ein Riesenbrett ab. Ihr Sludge mit ziemlich starken Hardcore-Einflüssen hat mich von Anfang an überzeugt. Das die Band nicht übermässig doomig ist war klar, aber die Mischung aus schleppenden und schnellen Parts war sowas von perfekt, damit hätte ich nicht gerechnet. Meine absolute Neuentdeckung des Abends - ich verspüre jetzt schon wieder das dringende Bedürfnis, die Band bald wieder live zu sehen:

9,5/10

Live-Video:


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Als nächstes standen 7 Minutes of Nausea auf der Bühne. Die spielten Grindcore mit Wasauchimmer, fand ich komisch. Hab mir stattdessen die leckersten Pommes EVER reingezogen. Geheimtipp: Imbiobiss.


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Die Bayern von Obelyskkh waren danach an der Reihe. Der Konzertraum war voll und die Band gut gelaunt.
Ich mag gerne bösen Sludge oder spacigen Stonerdoom aber mit Obelyskkh werde ich nicht ganz warm. Ist mir zu sehr gemixt das alles. Die groovigen Parts sagen mir zwar durchaus zu doch die cleanen Vocals sind garnicht mein Ding. Ansonsten wird ja eher viel und laut geschrien. Trotzdem wollte ich mir mal einen Liveauftritt anschauen und hatte auch meinem Spaß. Die Jungs sind zudem total sympathisch und der Drummer ne absolute Rampensau, so war das einstündige Konzert sehr unterhaltsam:

7,5/10

Live-Video:


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Danach wurde es skurril. Der Franzose Mr Marcaille lud ein zum Fest der Körperflüssigkeiten. Also um genau zu sein: Schweiss, Rotze, Speichel... Und Bier halt. Nebenbei hat er auch noch Musik gemacht. Und zwar als Ein-Mann-Band auf sehr mitgenommenen Instrumenten, zwei Bassdrums und Cello. Nachdem er sich vor Konzertbeginn erstmal durch rumrennen vor der Bühne warmgemacht hat, nahm er dann, nur in Unterhose bekleidet, auf der Bühne platz. Die Lieder hörten sich an wie eine dilettantische Mischung aus Motörhead mit schäbigen Doublebass-Parts. Aber das war durchaus so gewollt, der Fussgängerzonenmusikantenlook ist einmalig, keine Frage. Die wahre Unterhaltung und der Grund warum soviele im Publikum blieben war aber wohl eher die Sensationsgeilheit. Denn zwischen den Liedern, zur schnell vom Publikum adaptierten "Beer-time" war das wahre Happening. Da rotze und spuckte sich der Franzose den Körper leer, auf die Bühne, auf sich, an die Decke. Das Bier kam zur Nase wieder raus oder wurde frontal ins Publikum geschüttet. Das alles vertont von Gurgeln aus den Tiefen des Musikers Rachen und alkoholgetränktem schlecht verständlichem Englisch. Knaller.



Zwischen drin bin ich mal abgehauen, das Risiko angespuckt zu werden war zu hoch, und musikalisch hab ich sicher nix verpasst. Als ich gegen Ende wieder reinkam, waren die vorderen zwei Reihen verschwunden - wahrscheinlich aus Selbstschutz. Viel Spaß hatte sicherlich auch derjenige der danach auf- und abbauen musste, die Bühne und Kabel waren total vollgerotzt. Was für ein Happening, sicher alles andere als langweilig, nur bewerten fällt mir schwer. Vielleicht:

♂/10

Live-Video:


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Nun war Black Shape of Nexus an der Reihe. Der Raum bekam eine tropische Luftfeuchtigkeit und war relativ voll. Für viele sicherlich der heimliche Headliner des Abends, kommen B.son doch aus der Region und all zu oft treten die Mannheimer nicht auf. Was folgte waren 45 böse Minuten. Die Musik muss man sicher nicht weiter beschreiben, einfach heftig schwerer Sludge mit sehr intensiven Vocals. Live umsomehr. Ich bin immernoch ganz verliebt:

10/10

Live-Video:


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Den Abschluss des Abends machten die Holländische Stonerdoom-Band Toner Low. Die gibt’s schon ewig, und auch heute wurde das Rad nicht neu erfunden, aber wer will das schon. Wie gewohnt bekam das Publikum dröhnende Tieftonmusik um die Ohren, perfekt in Szene gesetzt mit einer alles ausfüllenden Hanfblattprojektion. Die tönte den kompletten Raum in atmosphärisches Grün und von den Bandmitgliedern sah man nur die Umrisse ihrer Haare (bzw Dreads) durch die Luft wirbeln. Perfekter Ausklang, fehlten nur noch die Couch und die Stonerutensilien:

8,5/10

Live-Video:


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Ich kann nur hoffen dass es noch viele Editionen diese schönen Festivals geben wird. Super Organisiert, geniales Luineup und gechilltes Publikum. War ein ganzer Erfolg!

15.06.2013

Bunkur - Bludgeon

Dark Darker Bunkur.
Bludgeon has to be the most intese Drone Doom Song Ever. If you are not familiar with the genre i can see that you could call it boring, but i was very entertained as i listened to it. This is one of the most heavy and dark stuff out of the genre, totally insane and brilliant. I encourage you to try and listen to the whole thing. Maybe with a smoke, when its dark - just perfect.

14.06.2013

Bell Witch, Samothrace, Graves at Sea [16.05.2013 | Zoro Leipzig]

KONZERTREVIEW:
Bell Witch | Samothrace | Graves at Sea
16.05.2013 | Zoro Leipzig

Das ich Bell Witch mal live sehen würde hätte ich wirklich nicht erwartet. Um so mehr freute ich mich als ich die Tourankündigung las und hab mir gleich nen passenden Termin im Kalender freigehalten.

Mit etwas Verspätung kam ich ins Zoro, Meth Drinker hatte ich leider schon verpasst jedoch kam ich gerade noch rechtzeitig zu Bell Witch. Ich wurde nicht enttäuscht. Mit fast bodenlangen Dreads begaben sich die 2 Bandmitglieder auf die Bühne und lieferten einen Hammer nach dem nächsten. Bei den Vocals wechselten sich der Drummer und der Bassist ab, was für Abwechslung im monotonen Brummen sorgte. Viele Lieder ihrer letzten sehr gelungenen Platte wurden gespielt und ich war zufrieden. Gerne wieder:

9/10

Live-Video:




Dann war es Zeit für Samothrace. Die Bühne füllte sich und der Bassist von Bell Witch blieb gleich. Musikalisch ging es schleppend weiter mit ordentlich Bass und Growls. Das Highlight war allerdings der Drummer. So ein Setup hab ich jedenfalls noch nicht gesehen: die Becken hingen so hoch das er seine Hände immer über den Kopf heben musste um diese zu schlagen. Unterhaltsamer Anblick! Ansonsten auch ein absolut solider Auftritt, bei dem die Band sichtlich Spaß hatte (das Publikum natürlich auch):

8/10

(Leider hatte ich keinen guten Platz mehr bekommen, von daher gibt’s keine Fotos oder Videos von Samothrace)





Als letzte Band des Abends trat dann Graves at Sea auf. Das war eine anscheinend gut gewählte Spannungskurve denn auch das Publikum legte nochmal nen Zahn zu und feierte die Band ziemlich euphorisch. Haben Die Jungs und das Mädel natürlich sehr gut aufgenommen und immer wieder bekundet wie gut ihnen die Show und Leipziger Publikum zusagt. Das hat man natürlich auch an der Spielfreude gemerkt und wir bekamen ein schön langes und derbes Set um die Ohren. Zur Musik selbst muss man nicht viel schreiben, legendäre Band! Der Whiskey floss und die Leute waren am Crowdsurfen - wirklich guter Abschluss eines sehr gelungenen Abends mit genialem Lineup:

8,5/10

Live-Video:

12.06.2013

Dresden/Leningrad - Niemandsland



Niemandsland is the best Stoner Doom Song i have heard in the last time.
Some really great riffs meet haunting clear vocals and the general heaviness. Definately check this out!!!
If you are a fan of the band conan, even more so:

Support the Dunk Festival!!!

Hey Everyone,

maybe you remember my blogpost about the Dunk Festival earlier this year. I described it as the best festival i have ever been too, and still stand behind my words.

The festival needs some help for the 2014 edition and therefore they started a crowdfunding-campaign. 2014 is supposed to be a blast with a great lineup, so consider helping them. If you already planned to visit it next year and/or are a postrock/metal/drone/ambient/experimental-music fan, why not buy your ticket just yet, and therefore make sure that it is gonna ge extra awesome. plus you get some goodies that other visitors dont get.
I just bought my 2014 ticket, lets go, do the same...


http://www.indiegogo.com/projects/dunk-festival2014

http://www.dunkfestival.be/

http://erasertunes.blogspot.de/2013/04/dunk-festival-29-31032013-zottegem.html

11.06.2013

Fenster - Fantasy II

Currently addicted to Fenster. A NewYork/Berlin based Band that makes fragile Indiemusic, or as they call it: ChamberPop. Totally chilled out album, and very catchy tunes. Currently on Tour, dont miss them:

Bandcamp

Kerretta [28.05.2013 | Komma Esslingen]

KONZERTREVIEW:
Kerretta
28.05.2013 | Komma Esslingen

Es war mal wieder ein Postrock-Konzert im Komma und so nahm ich die Chance war die Neuseeländer Kerretta zu sehen - hatte ich sie doch gerade erst auf dem Pfingstfest des JUZ Mannheim verpasst.
Der zunächst recht leere, große Konzertraum füllte sich zu Konzertbeginn ganz magisch mit allerlei Zuschauern. Was folgte war ein solides Postrock-Konzert. Kerretta haben eher ihren eigenen Sound und sind keines Falls austauschbar. Im Vergleich zu den Genrenachbarn, bekommt man hier keine 10-Minuten Lieder mit melancholischer Atmosphäre aufs Ohr sondern eher Post-Rock mit einem groovigen Touch. Ich persönlich hätte mir etwas mehr Härte gewünscht, doch in sich war es stimmig:

7,5

Live-Video:

10.06.2013

Master Musicians of Bukkake [02.06.2013 | Jubez Karlsruhe]

KONZERTREVIEW:
Master Musicians of Bukkake & Gravelines
02.06.2013 | Jubez Karlsruhe


Schon lange stand der heutige Konzertabend im Kalender, denn eine absoluter Geheimtipp trat in Karlsruhe auf: Die Master Musicians of Bukkake. Umso mehr geschockt war ich, also vor Ort fast nix los war. Hat sich wohl nicht bis nach Süddeutschland verbreitet, der Tipp.

Zunächst aber stand die Vorband Gravelines auf dem Plan, welche Abmbient/Drone Musik macht. Man freut sich ja als geneigter Hörer immer sehr wenn mal wieder der Ausnahmefall eintritt und ein Dronekonzert in der Region stattfindet und so war auch ich vor lauter Vorfreude. Leider wurde die sehr schnell getrübt denn die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Es war das leiseste Dronekonzert EVER. Und jeder der besagter Musikrichtung etwas abgewinnen kann wird wissen dass es nix schlimmeres gibt als die Drones nicht zu spüren. Die dazugehörigen Sounds waren durchaus vorhanden, nur plätschernden die Tieftöne unspektakulär aus den Boxen. Ich will da jetzt aber auf keinen Fall die Band für verantwortlich machen. Es sah eher so aus als ob die Vorband dem Tontechniker egal war. Der war die erste Hälfte des Konzerts nämlich in sein Handy vertieft, dann wurde lustlos ein bisschen am Volumerad gedreht und der Raum für die zweite Hälfte verlassen. Da kann die Band natürlich auch nix mehr retten.
Von daher verzichte ich auf die Bewertung und hoffe einfach die Band nochmal mit ordentlich Wumms sehen zu können.

Dann war es soweit für den Hauptact und der inzwischen garnichtmehr so leere Raum wurde mit Nebel geflutet. Bereits vor ein par Wochen konnte ich die Master Musicians of Bukkake in Essen bestaunen. Damals schwor ich mir noch mir beim nächsten mal alle möglichen Drogen einzuschmeißen, was aufgrund von Faulheit leider wieder ausfallen musste.



Nüchtern sah ich also die bedrohlichen Schatten durch die dunklen Nebelschwaden auf die Bühne steigen. Man muss sagen dass im Vergleich zu Essenshow viel weniger Leute da waren und gab es in Essen eine sehr atmosphärische Lichtshow, so wurde im Jubez komplett drauf verzichtet - es blieb düster. Zuerst störte ich mich daran, erkannte aber schnell die Vorteile. Was ich hier heute erlebte war ein absolut intimes Konzert, ein absolut persönlicher Drogentrip. Nix konnte einen in der Nebelsuppe ablenken, so blieb man ganz für sich in dieser Traumwelt mit den beschwörenden Sounds. Die Konzerte hatten einen relativ gleichen Ablauf bis sich gegen Ende in Karlsruhe etwas veränderte. Und zwar die Lautstärke. Immer lauter wurden die düsteren Töne und mit jedem Dezibel fand ich es geiler. Es wurde zum Ende richtig unangenehm laut, genauso wie es sein soll - spätestens zu diesem Zeitpunkt musste jedem klar werden dass es sich nicht um ein normales Konzert handelt sondern um ein Erlebnis in dem man mittendrin steckt. Auch kamen mir die Gitarrenparts weitaus wuchtiger vor, was ich natürlich auch begrüsste. Es wurde richtig dreckig und psychedelisch geschrammelt. Nach mehr als einer Stunde neigte sich das Ritual langsam dem Ende zu. Eine Gitarre wurde an die Decke gehalten und alleine mit ihrem Feedback gelassen. Dann machten sich die bizarren Schatten auf den Weg Richtung Backstage, der Nebel bewegte sich langsam aus dem diesigen Konzertraum in Richtung Tür und ich hätte mir gewünscht dass es noch stundenlang weitergeht.



Was bleibt ist der stetige Blick auf den Kalender, wann sich mal wieder die Gelegenheit ergibt die Band zu sehen - nur dann angemessen benebelt:

10/10

Live-Video (Intro & Outro):

07.06.2013

Guardian Alien [06.06.2013 | Oetinger Villa Darmstadt]

KONZERTREVIEW:
Guardian Alien & Datashock
06.06.2013 | Oetinger Villa Darmstadt

Es stand ein abgespaceter Abend in der Oetinger Villa in Darmstadt an.

Als Vorband versammelten sich Datashock in einem Gewimmel aus Instrumenten vor der Bühne. Neben einer großen Bandbreite an Standardinstrumenten, fanden sich auch mit Wasser gefüllte Glaser und weitere Kuriositäten im Repertoire. Diese wurden auch alle genutzt. So entstand eine Tonlandschaft die von indisch geprägten Klängen bis zu Ambient-Drone-Sounds reichte. Sehr experimentell was da abgeliefert wurde, aber keines Falls uninteressant. Man konnte sich schön eingrooven in die Darbietung die einer Hippie-Jam-Session gleichkam. Und so passte es auch dass die Hälfte des Publikums auf den Teppichen auf dem Boden saß und sich das nebelgetränkte Spektakel gebührend anschaute. Ich fands gut, gerne wieder:

7/10



Dann war es Zeit für den Hauptact. Die New Yorker Gruppe Guardian Alien des Liturgy-Drummers.
Die neue Platte beginnt mit nem derben Doublebass-Part, verläuft in träumerische, ruhige Parts und endet sehr rhythmisch – das alles in einem 40minütigen Track. Genau den hatte ich für heute Abend erwartet aber meine Erwartungen wurden übertroffen. Die ruhigen Parts hielten sich extrem in Grenzen, vielmehr bekam man fast über die gesamte Länge des Konzerts ein Schlagzeuggewitter um die Ohren. Das war natürlich technisch sehr ausgereift und abwechslungsreich. Auch hier bekam ich den Anschein einer Jamsession nicht los - dafür sorgte definitiv das einzige Mädel auf der Bühne die die fuzzigen Rhythmen immer wieder mit effektverzerrtem Gekreische begleitete. Wenn das nicht improvisiert war, dann war es der direkte Draht zu den Aliens, das Sprachrohr in eine hübsche Blondie gepflanzt. So abwegig wäre das gar nicht, immerhin schmückt das Cover der aktuellen Platte ein obskures Bild von einem Ausserirdischen im Rastafarilook. Gezeichnet wurde es als Darstellung eines Drogentrips des Drummers. Es passt auf jeden Fall zu der psychedelisch angehauchten Musik.
Nach einer guten Stunde war die Begegnung der dritten Art vorbei und mir bleibt als Fazit nur zu sagen dass es mal wieder Live viel geiler ist als auf der (genialen) Platte. Unbedingt antun:

8,5/10

Live-Video: