28.05.2013

Swans [23.05.2013 | Manufaktur Schorndorf]

KONZERTREVIEW:
Swans
23.05.2013 | Manufaktur Schorndorf



Man kann sich ja in der heutigen Zeit schon glücklich schätzen die Band Swans live erleben zu dürfen. Somit war klar dass ich mir die Legenden in der Manufaktur Schorndorf nicht entgehen lasse. (Die Manufaktur ist übrigens ein bisschen der Geheimtipp des Stuttgarter Raumes, welche wohl dieses Jahr das Legendenabo abgeschlossen hat, denn erst kürzlich standen die Melvins auf der gleichen Bühne - was ich schmerzlicherweise nicht besuchen konnte)
Gut gefüllt war die Konzerthalle, so muss das sein. Keine Vorband an diesem Abend und der Beginn ist auf 20.30Uhr angesetzt. Nicht zu früh, wenn man bedenkt dass die Band ein volles 2 Stunden Set spielen wird. Und das hatte es in sich. Ich erspare mir jetzt die Musik zu beschreiben, das kann man eh nicht wiedergeben. Aber es hat sich bestätigt dass Swans nicht umsonst eine legendäre Liveband sind und eine intensive Show abliefern. Den Noise-Rock muss man einfach selbst erlebt haben. Der Sänger Michael Gira war auch recht gut drauf, also hat man wohl noch auch in Zukunft die Chance auf weitere Auftritte ;)
Selbiger verabschiedete sich nach einem absolut bombastischem Konzert bei dem zufriedenen Publikum auf Deutsch mit "Vielen Dank, Lieblings". Ja Danke, Michael. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder, also ich hätt Bock...

9/10

Live-Video:

27.05.2013

Master Musicians of Bukkake [15.05.2013 | Zeche Carl Essen]

KONZERTREVIEW:
Master Musicians of Bukkake
15.05.2013 | Zeche Carl Essen



Am heutigen Abend verwandelte sich die Zeche Carl in eine Irrenanstalt. Passenderweise ist Tag der offenen Tür und die ältesten Insassen haben sich für die Besucher was feines ausgedacht, und zwar spielen sie unter dem Projektnamen Master Musicians of Bukkake ein par Lieder vor.
Genauso hab ich mich gefühlt und es war geil. Niemand wusste was einen erwartet an diesem Abend, denn da kann man sich bei der Band nie so sicher sein. Zumindest nicht was die Verkleidung angeht. Was wir dargeboten bekamen war ein reiner vertonter Drogentrip. In strangen Kostümen wurde das Publikum mehr als eine Stunde lang beschworen und gefügig gemacht. Mit ihrem athmosphärischen Psychedelic Stoner Noise konnte man es nur bereuen vorher nicht ein bisschen Peyote genascht zu haben. Denn da bin ich mir sicher: das letzte was man sieht, wenn man in der Wüste an Dehydrierung stirbt, ist ein MMoB-Konzert.
Momentan sind die Jungs noch auf Deutschlandtour und die seltene Chance das live zu erleben sollte man unbedingt wahrnehmen. Denn wenn das nicht Lob und Empfehlung genug ist, dann weiss ich auch nicht mehr:
9/10

Live-Video:

15.05.2013

Celeste [14.05.2013 | Jubez Karlsruhe]

KONZERTREVIEW:
Celeste
14.05.2013 | Jubez Karlsruhe



Erst vor ein par Monaten konnte ich mir Celeste im JuhaWest in Stuttgart anschauen. Aber wenn man wieder die Gelegenheit bekommt die Band umme Ecke anzuschauen, dann nimmt man das natürlich dankend an.
Und so versammelte sich gestern eine kleine Menge an Zuschauern im JubezCafe um sich die Franzosen in familiärer Umgebung anzusehen.
Um eins mal Vornewegzunehmen: Natürlich erlebt man keine Überraschungen bei einem Celeste-Konzert. Es hat immer die selben Zutaten: Die Bandmitglieder spielen in eine dunklen Raum, der rein von ihren roten Kopflampen und regelmäßigen hellen Strobos erleuchtet wird. Das ganze plus Nebel ergibt eines der coolsten Live-Visuals ever, dass ich sogar beim zweiten Konzert noch sehr Unterhaltsam fand. Dass die Jungs dazu noch astreinen Post-Hardcore spielen, macht das Ganze zu einer runden Angelegenheit. Sollte man schon einmal Erlebt haben, tolle Atmosphäre und geht gut ab - zudem war der Sound im Jubez einfach spitze, von daher ein gelungener Abend:

7,5/10

Live-Video:

Lux Interna [11.05.2013 | Halle02 Heidelberg]

KONZERTREVIEW:
Lux Interna
11.05.2013 | Halle02 Heidelberg



Ein Neofolkabend in Heidelberg. Das ist schon was Außergewöhnliches. Dazu noch mit großen Namen der Szene: Rome, Lux Interna und Of the Wand and the Moon.
Pünktlich zu Rome bin ich da, und was folgt war furchtbare Langeweile meinerseits. Ich weiß, die Band wird von vielen Szenekennern gelobt, aber beim dem Rezept: Sänger mit Gitarre auf Bühne, sonst nix - schlaf ich ein. Deswegen umgehe ich hier ganz charmant die Bewertung und komme gleich zu der Band wegen der ich gekommen bin:

Lux Interna spielt schon länger keinen reinen Neofolk mehr. Mit einer großen Auswahl an Instrumenten, viele auch elektronisch, deckt die Band heutzutage von düsteren Ritualen bis zum martialischen Gestampfe einige Stile ab.
Was alle gemeinsam haben ist die dunkle Stimmung und der beschwörende Gesang. Die Vocals wurde an dem Abend auch eifrig geloopt und durch Effektgeräte gejagt, was der Komplexität der Songs einiges brachte. Man kam sich vor als ob man den Soundtrack eines Western mit Film Noir-Einflüssen vorgespielt bekommt. Zudem kommt die Performance der Musiker, die ihr ganzes Herzblut ins spielen legen: Der Sänger lässt zwischendurch mit Schreien immer wieder Luft ab und der Drummer geht mit manischen Blicken in seinem Rhythmus auf.
Ja das war schon ne einmalige Show die man da zu sehen bekam. Licht und Sound stimmten auch, der Abend hat sich für mich gelohnt:

8/10

Live-Video:


Skip&Die [11.05.2013 | Karlstorbahnhof Heidelberg]

KONZERTREVIEW:
Skip&Die
11.05.2013 | Karlstorbahnhof Heidelberg



Die Partyanimals von Skip&Die machten halt in Heidelberg und da ich bereits Anfang des Jahres von ihrem Auftritt in Strasbourg sehr angetan war, hatte ich natürlich Bock auf ne Wiederholung.

Nach der üblich nervigen Clubmasche "wir sagen nicht wann das Konzert nun wirklich anfängt, aber trinkt doch in der Zwischenzeit ganz viel an der Bar", ging es über einen Umweg in den Saal des Karlstorbahnhof, der sich erstaunlicherweise ausreichend füllte.
Es war eher Partyvolk anwesend als der klassiche Konzertgänger, aber das passte ja perfekt zum Abend.

In so übertrieben hässlichen Klamotten dass es schon wieder gut war, betrat dann Skip&Die die Bühne. Es dauerte nicht lange bis die Stimmung kochte. Lustig ist immer der erste Moment wenn die Bassbox beansprucht wird – so was brummendes erlebt man nämlich nicht oft. Das ist definitiv aber ein Markenzeichen der Band und passt perfekt zu den treibenden, tropischen Elektroclash-Liedern. Das Publikum feiert die Band total ab, die Sängerin springt zwischendrin euphorisch in die Menge und obwohl ich das Konzert in Strasbourg mit der doppelten Anzahl an Zuschauern gesehen habe, wurde sich in Heidelberg nicht weniger angestrengt. Skip&Die macht Party bis zum Siedepunkt - Gnadenlos.

Wieder ein sehr ansprechendes Konzert, und merkt euch: Skip&Die haben den fettesten Bass!

9/10

Live-Videos:


13.05.2013

Barn Owl [07.05.2013 | Komma Esslingen]

KONZERTREVIEW:
Barn Owl
07.05.2013 | Komma Esslingen



Barn Owl habe ich bereits drei Tage zuvor bei einem eher unsympathischen Auftritt im Schwarzwald beiwohnen können.
Aber da ich sich die lokale Gelegenheit ergab und ich eh gerne ins Komma gehe, gab ich den Amerikanern nochmal eine Chance.
Zuerst war ich positiv überrascht: Zum einen stimme diesmal relativ zufriedenstellend die Zeitangabe, zum anderen lief ich in einen, mit Matratzen versehenen, grossen Saal. "Toll..." dachte ich mir "...da hat jemand Ahnung". Ein Dronekonzert will man einfach im sitzen erleben. Wie sehr hab ich mir ein Sofa beim Sunn O))) Gig in Berlin gewünscht...

Jetzt sind die Eulen in der Drone-Skala zwar viel weiter unten, aber im Ländle will ich mal keine Ansprüche stellen.
Was folgte war ein Konzert mit toller Wohnzimmeratmosphäre. Der Sound war genial gut, und alle meine Abneigungen gegen die Band verflogen sehr schnell. Die Matratzen wurden dankend angenommen und so gaben sich alle, gemütlich gebettet ihrem persönlichen Dronetrip hin. Mir fiel es auch kein bisschen schwer sich in so relaxter Umgebung vollkommen in die Sounds zu stürzen. Umso glücklicher war ich auch, als sich nach einer halben Stunde voller düsterem Ambient ein par mächtige Basswellen aufs Publikum ergossen. An die hatte ich schon gar nicht mehr gedacht. Da wurde man schon gut durchgeschüttelt. Bei Barn Owl im Vergleich zu anderen Drone-Bands zwar nur dezent verteilt, aber perfekt ins Set eingestimmt. Nach einer groben Stunde, war die Session zu Ende, alle rieben sich den Drone aus den Augen und schienen zufrieden. Ich war es auch, sehr sogar:
9,5/10

Fang Island [06.05.2013 | Druckluft Oberhausen]

KONZERTREVIEW:
Fang Island
06.05.2013 | Druckluft Oberhausen



Fang Island ist so eine der kleinen Indiebands bei denen man sich nie wirklich Hoffnung macht, selbige mal auf unserer Seite des grossen Teiches zu sehen.
Umso erfreuter, war ich als die Band eine Europatour ankündigte. Also ging es vor kurzem ab ins Druckluft Oberhausen, und zwar in eine kleine Nische davon, um genau zu sein.

Gut, dass die Band nicht wirklich bekannt ist, war mir bereits klar, jedoch hätte ich Ihnen doch ein bisschen mehr Publikumszuspruch gewünscht.
So bliebt es bei einem kleinen beschaulichen Kreis an Leuten - aber wenigstens waren es Kenner ;)

Fang Island spielte ein ausgewogenes Set mit allen Liedern die man sich nur so wünschen könnte. Die Stimmung war gut und die Musiker hatten sichtlich Spaß am spielen. Nur ob das mehrfach wiederholte "you guys are awesome" in Richtung kleines verhaltenes Publikum ernst oder ironisch gemeint war ist mir bis heut nicht ganz klar. Gehen wir mal von ersterem aus, die Jungs waren nämlich sehr sympathisch.
Einen kleinen Kritikpunkt gibts allerdings: ich war vom Gesang etwas enttäuscht: gerade Lieder wie "The Illinois" definieren die Vocals ja sehr, live jedoch war die Solo-Piepsstimme auf einmal gar nicht mehr so episch. In wiefern so etwas live umzusetzen ist, bin ich mir nicht sicher, aber das hätte dem Konzert ganz viele Fleisspunkte extra beschert. Auch ohne war es ein netter Abend:
7,5/10

Live-Videos:


Chelsea Wolfe & ◯ [05.05.2013 | Musikbunker Aachen]

KONZERTREVIEW:
Chelsea Wolfe & ◯
05.05.2013 | Musikbunker Aachen


Chelsea Wolfe auf Europatour? Legendär! Ganz klar, dass ich das wahrnehmen musste. So fiel meine Wahl auf Aachen, dass liegt zwar nicht gerade umme Ecke, aber das Konzert sollte im AZ stattfindet und das ist ne super Location. Zudem sollte ◯ mit von der Partie sein, mein Plan erschien mir demzufolge als weise Entscheidung.

Also fuhr ich an besagtem Sonntag nach Aachen. Genauer genommen in den Musikbunker, denn das Konzert wurde verlegt, da "rausgekommen" ist dass Chelsea schonmal ein Burzum-Lied gecovert hat. Gut, kann ich n bisschen nachvollziehen, wunderte ich mich Anfangs sowieso etwas , die Frau Wolfe bei der AZ-Seite aufm Lineup des 20 Jahre Festes zu lesen - passte nich so wirklich. Aber alles kein Ding, der Musikbunker ist auch ne wirklich geniale Location, wie sich rausstellte.



Dank Staus und nicht vorhandenen Parkplätzen hab ichs auch nur ganz knapp geschafft, rechtzeitig zur ersten Band da zu sein, auf die ich mich mindestens genauso gefreut habe. Schwach beleuchtet standen die Musiker also im Betonbunker, die Atmosphäre stimmte schon mal. Was folgte war ein sehr geniales Konzert: ◯ spielen ambientösen Post-Rock mit mächtigen Ausrastern. Die Spannungskurve wird hierbei vollkommen ausgenutzt, so dass die spärlich platzierten, wütenden Parts, wohlverdient aber plötzlich gegen Ende des Sets über das Publikum ergossen werden und genauso schnell wieder verschwinden. Gerne hätte ich noch eine extra Portion Wut gehabt, aber so bleibt es wenigstens was besonderes und verliert seine Wirkung nicht - da schliesst sich also der Kreis (Wortspiel!). Man kann schon stolz sein, dass so eine Band aus unseren Landen kommt, ich sage den Jungs jetzt einfach mal ne erfolgreiche Zukunft vorraus. Will ich unbedingt nochmal sehen:
9/10

Live-Video:


Checkt mal das Album

Dann war es Zeit für die mysteriöse Schönheit, names Chelsea Wolfe. Sehr scheu betrat sie die von Kerzen beleuchtete Bühne zusammen mit einer Violinistin und einem Keyboarder. Die erste Hälfte des Konzertabends spielte sie sehr reduzierte Lieder. Die zweite hälfte wurde dann etwas lauter denn ein Schlagzeuger und ein Gitarrist stiessen hinzu. Generell muss ich sagen dass ich seit der ersten Strophe, total baff von ihrer Stimme war - niemals hätte ich gedacht dass sie live solch eine Atmosphäre nur mit ihren hypnotischen Vocals hinbekommt. Definitiv sogar besser als auf Platte und einfach unbeschreiblich Eerie. Dazu passt ihre introvertierte schüchterne Art perfekt. Ein düsteres Gesamtkunstwerk diese Frau.



Das Konzert war kein bisschen langweilig, was für meinen Geschmack, bei reduzierter Folkmusik ja schnell vorkommen kann. Chelsea Wolfe ist definitiv ein must-see live, das muss man schon mal selbst erlebt haben um es nachvollziehen zu können:
9/10

Live-Videos:


12.05.2013

Ascetic & Heirs [04.05.2013 | Halle14 Karlsruhe]

KONZERTREVIEW:

Ascetic & Heirs
04.05.2013 | Halle14 Karlsruhe

Direkt nach einer Outdoor-Show im Schwarzwald fuhren wir zurück nach Karlsruhe und versuchten unser Glück zu sehr später Stunde in der Halle14. Vielleicht erwischten wir noch, wie ursprünglich geplant, Ascetic und Heirs, auf die ich trotz anderer Pläne an dem Abend ungern verzichtet hätte.



Und siehe da: der Gott der vielen Vorbands (die ich eigentlich auch gerne gesehen hätte) war gnädig mit uns und wir kamen gerade rechtzeitig zu Ascetic. Die Zweitband von Heirs quasi, in der die Jungs ihre weichere, wavigere Seite austoben. Auf Platte n Knaller - auf Bühne: geht so. Das erste was mir auffiel war die Stimme des Sängers, die war echt grausam. Keine Ahnung woran das lag, ich will ihm ja nicht sofort mangelndes Talent vorwerfen, aber so ein Tonstudio kann ja durchaus so einiges retten. Zum Glück gibts auch einige instrumentale Parts und da überzeugte der noisige Postpunk dann schon. Fazit: lieber aus der Konserve, live müsste ich die jetzt nichtmehr sehen ..... Aber passt schon:
6,5/10

Live Video:



Nach längerem Soundcheck starten dann auch Heirs gegen 2.30 Uhr ihr Konzert. Es ist bereits da dritte Mal dass ich die Band live sehe: vorher jedesmal in epischen Venues (in einem alten, staubigen Weinkeller und beim dunk!festival). Da kann die Alufolienbühne zwar nicht mithalten, jedoch war ich gleich nach den ersten Momenten wieder im Bann, Heirs sind einfach auf jeder Bühne mächtig und überzeugen immer. Die Jungs können nix falsch machen. Da störte es auch gar nicht dass der Sound nicht so perfekt war, Hauptsache es schrammelt ordentlich laut aus den Boxen. Die Gitarren wurden wild durch die Luft geschleudert und ich wurde wieder daran erinnert warum man niemals ein Heirs-Konzert verpassen sollte...



Die Euphorie war dann leider nach den ersten 2 Liedern vorbei, als aus dem Bass einfach kein Ton mehr rauszuholen war. Was folgte waren sehr zähe Minuten in denen der Tonman zig mal zur Bühne kam und die Band mit jeder Minute sichtlich angepisster wurde. Das endete dann darin dass besagter Bassist, von der Bühne ging, die Technik war wohl nicht zu bezwingen oder einfach kaputt. Die restlichen 3 Bandmitglieder setzten gnädiger Weise die Show fort, aber die Lieder klangen so was von vergewaltigt und falsch, da sind wir lieber gegangen, mit den tollen ersten 15 Minuten noch im Hinterkopf.
Trotz des Fiaskos bewerte ich mal nur den Anfang der Show und der war mitreissend wie immer:
9/10

Live Video der ersten 15 Minuten:



Liebe Halle14, ich hoffe es baut sich in Zukunft keine Art Hassliebe auf. Es stehen bald noch so tolle Konzerte an, da wäre es doch echt schade wenn die Technik diese sabotiert. Ich drück mal die Daumen ;)

Barn Owl [04.05.2013 | Outdoor Show Blackforest]

KONZERTREVIEW:
Barn Owl & SOHNE
04.05.2013 | Outdoor Show Breitnau Blackforest

Als ich über das Plakat zur folgenden Veranstaltung stiess, war mir sofort klar dass es ein absoluter Pflichttermin ist.
Man möge sich folgendes auf der Zunge zergehen lassen:
| Psychedelic Drone Konzert | Outdoors | Schwarzwald |
Besser gehts doch gar nicht! Der eigentliche Plan, an jenem Abend ein Heirs-Konzert zu besuchen wurde also ad acta gelegt (hab ich eh schon 2 mal gesehen) und die komplette Aufmerksamkeit der nächsten Tage hing an diversen Wetter-Vorhersage-Seiten.



Mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 30% machten wir uns voller Vorfreude auf in den schwarzen Wald. Nach 2 Stunden Fahrt biegen wir in einen Waldweg ab und lassen uns von handgeschriebenen "Barn Owl" Wegweisern zu unserem Ziel, ein Waldstück neben einer hügeligen Wiese, lotsen. Eine handvoll Autos parkten schon im Niemandsland und man könnte sich fast konspirativ vorkommen.
Mitten durch den Wald ging es dann ein par Hundert Meter nach oben, immer den "Russian Cirles" im Ohr folgen, und schon sind wir angekommen: Ein idyllisches Waldstück mit anschliessender Wiese, provisorische Holzbühne und Lebensmittellager. Überall tummeln sich schon Freunde des Drone, fummeln mit Technik rum oder chillaxen auf der Wiese. Günstige vegane Suppe ist auch in Angebot, und da mein kranker Hals wärme verlangt, wird sich ein Riesenteller für schlappe 2 Euro genehmigt. Mit so einer Aussicht hab ich glaube ich auch noch keine Erbsensuppe gegessen...



Langsam aber sicher füllt sich der Wald und immer mehr Leute kommen den Berg hoch gestiefelt. Sollte also bald losgehen. Wie mir jemand mit Kamera mitteilt, wird die Vorband aber nach Barn Owl auftreten. Die Jungs vom Hauptact benehmen sich wohl auch so, und haben vor lauter Allüren irgendeine unbegründete Angst um ihr Equipment und wollen das ganze hier wohl einfach nur so schnell über die Bühne bringen wie möglich.
Und tatsächlich: ein par Minuten später, es ist noch total hell, fängt Barn Owl ohne Ankündigung an zu spielen. Ein bisschen perplex versammeln sich allmählich auch die verstreuten Leute vor der Bühne.
Das war definitiv anders geplant. Die Eulen hätten einfach 45 min später anfangen sollen, dann wäre es dunkel gewesen. So hat es sich doch jeder gewünscht, so wäre die Veranstaltung perfekt gewesen. Daran merkte man leider dass die Bandmitglieder die Outdoor-Idee gar nicht so genial wie alle anderen fanden, und es irgendwie einfach hinter sich bringen wollten. Da sanken dann schon ein bisschen meine Sympathiepunkte.





Trotzdem machte es Spass den eerie Sounds im Wald zu lauschen. Die Akustik war einmalig. Und auch die Stimmung konnte ein bisschen gerettet werden denn der Sonnenuntergang fand zeitgleich mit dem Konzert statt, so dass es gegen Ende sogar richtig schön schummrig war. Im nach hinein ist mir aufgefallen dass ich gar kein fettes Drone-Brett mitbekommen habe. War ich abgelenkt? Hat der Wald die Akustikwellen geschluckt? Oder haben die Eulen die entscheidenden Knöpfchen gar nicht gedreht? Wie auch immer, meine üblichen Trance-Experimente bei Droneshows wurde im Keim erstickt, nach gefühlten 30min kam nix mehr aus den Boxen. Barn Owl waren fertig, genug für den Tag, schnell das heilige Equipment vor was auch immer schützen und ab ins Hotel, die ganze Outdoorkacke abwaschen - schon echt komische Käuze.
Die anderen Zuschauer waren auch überrascht vom frühen Ende, aber was solls, man konnte sich ja noch auf die „Vorband“ freuen. Gerne hätte ich die volle Punktzahl vergeben, die Veranstalter haben nämlich alles richtig gemacht. Barn Owl an sich war nicht schlecht bekommen aber für ihr Diva-Gehabe nur:
7/10

Live-Video:



Inzwischen war es richtig schön dunkel, ein Lagerfeuer loderte am Waldrand und die Stimmung unter den Besuchern super. Hat was vom Pfadfinderlager. Nach der Installation der Beamer die das nächste Konzert mit Projektionen verschönern sollen, gings dann auch schon weiter mit SOHNE.
Eine Band die mir vorher noch nix sagte, aber ich bin ja offen für alles, vor allem im Wald. Und schon ging es los mit anarchistischen Soundfetzen aus Blas- und Tasteninstrumenten und ein par Knöpfen. Das war der Soundtrack zum Lego-Kiste-Ausleeren. Sehr avantgardistischer Freak-Jazz der irgendwie super in die Kulisse passte. Als Vergleich fielen mir sofort die New Yorker von ZS ein, nur dass die tatsächlich mehr Struktur in ihren Liedern haben - das muss man erstmal schaffen.
Die Bäume wurde mehr oder weniger erfolgreich mit Visualitäten projiziert. Endlich hatte der Abend die Gestalt angenommen, wie ich Ihn mir im Vorfeld vorgestellt habe.

Live-Video:



Experimentelle Musik, Outdoor im Schwarzwald ist die beste Idee EVER, und es hat auch fast perfekt funktioniert. Und geregnet hat es auch nicht.
Die "Freunde des guten Tons" sind ab sofort auch meine Freunde und ich hoffe auf viele weitere düstere Waldexkursionen.




Mehr Bilder gibts auf meiner Facebook-Seite.


Ein par Tage später hab ich Barn Owl übrigens nochmal hier gesehen.

10.05.2013

Slow Magic [02.05.2013 | Karlstorbahnhof Heidelberg]

The Set It Off Tour 2013 took Place at Heidelberg.
The Artists were: Blackbird Blackbird, XXYYXX, Giraffage, Slow Magic and Dream Koala.

Just 2 Videos from Slow Magic, who was really good (8/10) - the others bored me:



09.05.2013

Doom Shall Rise Festival 2013 [27.04.2013 | Göppingen]

MINI-FESTIVAL-REVIEW:
Shattered Hope | Ophis
27.04.2013 | Doom Shall Rise Festival 2013 Tag 2 | Göppingen






Das Doom Shall Rise fand dieses Jahr leider das letzte Mal in Göppingen statt. Mein Terminkalender war gnadenlos voll, jedoch konnte ich mir ein par Stunden am letzten Abend freischaufeln um wenigstens ein par Momente des legendären Festivals noch mitzuerleben.

Pünktlich zu Shattered Hope erreichte ich die beleuchtete, ehemals amerikanische Kirche. Es war gut gefüllt, jedoch bekam ich noch ganz locker einen guten Platz vorne in der Nähe des Altars.
Die Griechen legten dann auch ein sehr solides und düsteres Konzert hin. Düster im wahrsten Sinne des Wortes, denn zum grössten Teil sah man nur die schwarze Umrisse der Musiker vor einer atmosphärischen Nebelwolke - sehr stimmig.

8,5/10

Live-Video:



Die nächste Band Naevus interessierte mich nicht so, ich stehe nicht wirklich auf cleane Vocals, also schaute ich mir das Shirt-Angebot an und lies die generelle Stimmung auf mich wirken. Die war zum Glück nicht melancholisch sondern alle schienen Spass zu haben.



Als nächste Band stand mein persönliches Highlight des Abends an: Ophis. Black-Metal-Vocals treffen schleppenden Doom mit gezielten Prisen von schnellen Parts, und das alles noch in einer alten Kirche, was will man mehr. Gut konträr, zu Shattered Hope, war die Lichtshow diesmal eher hell, was aber auch den Stil des ganzen Abends wieder spiegelte, und wohl eine Ausnahme bei den Griechen war. Die Band liefert eine sehr gute, abwechslungsreiche Show und es wirbeln mehr Haare in der ersten Reihen als zuvor. Ophis verabschiedet sich mit Dank an die Veranstalter und auch ich mache mich auf den Weg nach Hause.

8,5/10

Live-Video:




Ich habe zwar nur die Spitze des Eisbergs miterlebt, aber wenigstens ein bisschen vom legendären Flair geschnuppert, es war ja die letzte Chance...



08.05.2013

New Noise Spring Fest Part 2 [26.04.2013 | Die Stadtmitte Karslruhe]

FESTIVAL-REVIEW:
The Black Heart Rebellion | Maserati | Narrows
26.04.2013 | New Noise Spring Fest Part 2 | Die Stadtmitte Karlsruhe



Ende April besuchte ich das New Noise Sauna Fest in Karlsruhe. Das Lineup konnte sich wirklich sehen lassen, hatte allerdings nicht soviel Leute angelockt wie ich vermutete.
Bereits die „Vorbands“ waren sehenswert, jedoch waren die Autobahnen dagegen dass ich alles mitbekomme - Karlsruhe war von Staus eingekesselt.

Trotzdem schaffte ich es noch rechtzeitig zur ersten "must-see-band" von meiner Liste: The Black Heart Rebellion.



Von der Band bin ich seit eigener Zeit begeistert, das letzte Album ist großartig und auch live konnten sie mich bereits überzeugen. Da lag auch ein gleichzeitig das Problem des Abends: den letzten Auftritt auf dem Dunk-Festival zu toppen schien schier unmöglich. So überraschte mich am ende des TBHR Konzertes auch nicht dass es einen vergleichsweise kleineren Eindruck hinterlies. Grund dafür war einfach das Setting welches die Stadtmitte so vorgibt: eine kleine Bühne auf der die 5 Musiker mit ihrem Equipment gequetscht und von Kabelbergen umhüllt standen. Das Licht wurde einfach angelassen, da "blinkte" nix und auch die Nebelmaschine hätte man eigentlich auslassen können, da wären 2 Raucher in der ersten Reihe wirkungsvoller gewesen. Dieses Proberaum-Feeling bzw das fehlen der nebeligen Atmosphäre mit der die Band so gerne arbeitet, hat eben doch gestört. Es ist nunmal irgendwie das Konzept der Band wenn man sich Videos und Artwork anschaut und es passt ja auch wie die Faust aufs Auge zur Musik und hilft diese mystische Stimmung zu transportieren. Ein grosser Schwachpunkt also. Was aber nicht heisst dass das Konzert schlecht war, im Gegenteil. Der Sound war genial gut und die Band legte sich soviel ins Zeug wie nur möglich war. Die neuen Hits und ein par ältere Klassiker wurden gespielt und die Stimmung im Publikum stiegt mit jeder Minute. Ich hatte auch mein Spass - die Band kann man einfach immer wieder sehen. Leider gibt es ein par Abstriche, da ich, wie gesagt, erlebt habe dass es sogar noch besser geht, aber trotzdem:

8,5/10

Live-Video:




Als nächstes freute ich mich auf Maserati. Deren einmaligen 80er Jahre Synthie-Metal durfte ich auch bereits auf dem Dunk-Festival bestaunen – um so mehr freute ich mich auf ein wiedersehen. Das die Band um einen Gitarissten minimiert auf die Bühne kam, konnte man im Vorfeld bereits rausfinden, denn es gab regelmässige Gesundheitsupdates des Bandmitgliedes via Facebook. Konnten wir uns also alle glücklich schätzen dass sie überhaupt aufgetreten sind.
Zu Beginn des Konzerts forderte die Band erstmal, dass die Beleuchtung aus Wärmegründen komplett ausgeschaltet wird. Bis auf ein bisschen Licht von hinten ist das dann auch geschehen. Das wiederrum hatte als Resultat, dass man die Musiker auf der Bühne eigentlich nur noch als dunkle Umrisse sah. Mit fortlaufendem Konzert ging mir das auch ein bisschen auf die Nüsse denn als Show war das ganz schön langweilig. Ich wusste dann irgendwann auch nichtmehr warum ich jetzt Richtung Bühne schauen soll, denn da hätten ja auch Pappaufsteller stehen können, die Jungs bewegen sich nämlich nicht sonderlich viel. Klar auf anderen Konzerten erfinden Maserati das Rad jetzt auch nicht neu, nur wurde mir zuletzt bei einer nebeligen pastellgrellen Stroboshow die an "A Place to Bury Strangers gemixt mit Knight Rider" erinnerte, kein bisschen langweilig. Heute, so einfach mit Licht aus, schon.
Trotzdem blieb ich vor Ort, denn der Sound war seeeehhhr gut. Also zumindest ein wichtiger Komponent einer perfekten Liveshow wurde sehr gut rübergebracht. Es ist eben auch ein Riesenunterschied wenn man die slicken 80s Sounds, richtig laut, mit viel Bass um die Ohren geschmiert bekommt anstatt im Kinderzimmer zuhause die cd zu hören. Und so laut funktioniert Maserati erst richtig.
Von daher fällt mir das bewerten sehr schwer, ich hätte die Augen zu machen sollen. Ich gebe der Show ne 4, dem Sound ne 9, also macht das für Maserati an dem Abend:

6,5/10
(für n video wars zu dunkel)

Jetzt stand nur noch Narrows aus Seattle an. Ich bin kein so grosser Hardcore Fan, aber wenn man die Möglichkeit schon hat, nehme ich die Show natürlich mit. Und ich muss sagen, es war überraschend schön frischer Wind auf die Bühne gekommen. Im Publikum waren jetzt nicht wirklich viele die Bock auf ausrasten hatten, dafür war der Abend musikalisch zu bunt gemischt. Trotzdem stürmt der glatzköpfige Sänger immer wieder in die Menge und zwang die Leute einfach. Unterhaltsam. Die Riffs haben einen jedenfalls nicht kalt gelassen und wäre die Luft nicht so heiss und stickig gewesen hatten sich bestimmt mehr ins Getümmel gestürzt. Ein netter Abschluss eines netten Abends:

7/10


Jetzt heisst es nur noch auf das New Noise Festival 8 im August warten. Infos & Karten gibt’s hier.